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Lutz Höhne

Interview mit Eszter Jopp

Vor allem bei der Verarbeitung von Amalgam entstehen Gefahren

Amalgam-Füllungen enthalten giftiges Quecksilber. Für Eszter Jopp, Geschäftsführerin der FirstMed Services GmbH, liegt es jedoch bei den Patienten, ob sie dieses gesundheitliche Risiko eingehen möchten. Als Expertin für Medizintourismus erklärt sie, worauf Menschen achten sollten, wenn sie sich für eine Zahnbehandlung im Ausland entscheiden.

 

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Trotz anhaltender Kritik sind Amalgam-Füllungen oft noch immer fester Bestandteil der Zahnbehandlung. Wie vertretbar ist die Verwendung Ihrer Ansicht nach aus ökologischer und gesundheitlicher Perspektive noch?

Eszter Jopp: Amalgam ist extrem langlebig und günstig im Preis, deshalb wird es immer noch von vielen Zahnärzten verwendet. Feststeht aber, dass Amalgam hochgiftiges Quecksilber enthält. Daher wird seit etlichen Jahren darüber diskutiert, ob Amalgamfüllungen gesundheitsschädlich sind oder nicht. Wissenschaftlich belegt ist dies aber meines Wissens nicht.

Letztendlich muss jeder Patient selbst entscheiden, ob er Amalgam im Mund haben möchte. Ich persönlich würde es nicht wollen, schon allein aus ästhetischen Gründen.

Das Europaparlament hat beschlossen, dass ab 1. Juli 2018 unter anderem bei der Zahnbehandlung von Kindern und Jugendlichen kein Amalgam mehr verwendet werden darf. Wie beurteilen Sie diese Entscheidung?

Eszter Jopp: Aus Gründen des vorsorglichen Gesundheitsschutzes finde ich die ab Juli gültige EU-Quecksilberverordnung richtig und sinnvoll. Sie bezieht sich dabei nicht nur auf Kinder, sondern auch auf Schwangere und Stillende.

Sollten sich Patienten ihre bestehenden Amalgam-Füllungen Ihrer Meinung nach entfernen lassen? Welche Auswirkungen hat die Entfernung auf Mensch und Umwelt?

Eszter Jopp: Auch hierbei muss jeder Patient für sich selbst entscheiden. Schließlich wird das giftige Quecksilber vor allem bei der Verarbeitung von Amalgam freigesetzt, also beim Einsetzen oder Entfernen der Füllungen. Fakt ist, dass Amalgam als Sondermüll entsorgt werden muss, und das ist aus ökologischen Gründen auch zwingend erforderlich.

Sie haben Ihren Sitz in der Schweiz, die Behandlung erfolgt jedoch in Ungarn. Worauf sollten deutsche Patienten achten, wenn sie sich für eine Zahnbehandlung im Ausland entscheiden?

Eszter Jopp: Als Marke Dental Travel haben wir einen Sitz in der Schweiz, in Deutschland sind wir zudem als Zahnklinik-Ungarn.de tätig. Patienten, die sich für eine Zahnbehandlung im Ausland entscheiden, sollten sich den Anbieter unbedingt genau anschauen und nicht nur auf den Preis achten. Vor allem die angebotene Leistung muss stimmen. Kriterien sind unter anderem:

  • Sprechen die Zahnärzte Deutsch?
  • Wie lange gibt es den Anbieter bereits am Markt?
  • Wie steht es mit der Garantie?
  • Hat der Anbieter Partnerzahnärzte in Deutschland und liegen Bewertungen von Patienten vor?

Nur wer hochwertige Qualität zu einem günstigen Preis anbietet, kann sich beispielsweise dauerhaft etablieren. Auch eine unabhängige Zertifizierung nach deutschen Standards wie Temos gibt Patienten eine gewisse Sicherheit.

Wer trägt die Kosten für eine Zahnbehandlung im Ausland? Zahlen die Krankenkassen wie bei der Behandlung in Deutschland einen Zuschuss?

Eszter Jopp: Seit dem 1. Januar 2004 haben Kassenpatienten in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf Kostenerstattung für zahnmedizinische Leistungen im europäischen Ausland. Das heißt, die Krankenkassen bezahlen einen befundbezogenen Festzuschuss – egal wo ein Patient sich innerhalb der EU behandeln lässt.

Welche Behandlungen werden im Ausland ihrer Erfahrung nach besonders häufig durchgeführt?

Eszter Jopp: Bei unseren Patienten sind es vor allem Implantate und Kronen. Als Faustregel gilt, je umfangreicher die Zahnbehandlung, desto höher ist die Ersparnis bei uns. Diese kann bis zu 70 Prozent betragen.

Vielen Dank für das Interview, Frau Jopp.