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Veneers: Ästhetische Lösung bei Problemzähnen

Veneers sind meist aus Keramik gefertigte, hauchdünne Aufsätze, die problematische Stellen auf Zähnen und im Gebiss längerfristig verdecken. Durch die individuelle Anpassung lassen sich Veneers von einem echten Zahn nicht mehr unterscheiden. Veneers kosten allerdings verhältnismäßig viel Geld, welches die gesetzliche Krankenkasse nicht erstattet.

Optisch erinnern Veneers an sehr kleine künstliche Fingernägel. Sie werden individuell an Farbe und Form der Zähne des Patienten angepasst. In einer etwa 30-minütigen Sitzung erfolgt die Anbringung auf dem Zahn mit einem Spezialkleber. Nach einer professionellen Zahnreinigung und eventuell medizinisch notwendigen Vorbehandlungen muss dafür oft auch ein Teil der gesunden Zahnsubstanz entfernt werden.

Wofür werden Veneers genutzt?

Veneers können diverse Mängel und Makel am Gebiss verdecken oder den Zahn schützen. Aus ästhetischen Gründen werden sie sehr häufig zum Verbergen von Zahnverfärbungen, Zahnlücken und Rissen, Bruchstellen, zu kurzen Zähnen oder Fehlstellungen eingesetzt. Aus medizinischer Sicht können Veneers Kronen ersetzen oder den Zahnnerv vor äußeren Reizen schützen.

Welche Arten von Veneers gibt es?

Veneers können nach Stärke, Material und Art der Anbringung grob in vier Typen unterschieden werden.

► Konventionelle Veneers sind bis zu 1 Millimeter dick und bestehen vollständig aus Keramik. Ihre Anpassung an die Zahnform erfolgt im Labor. Bei der Anbringung wird die Außenfläche des Zahns geringfügig abgeschliffen. Dies geschieht meist unter örtlicher Betäubung.

► Non-Prep Veneers, wie zum Beispiel die in den USA patentierten Lumineers, sind dagegen mit etwa 0,3 Millimeter deutlich dünner. Für die Anbringung der Keramikschale auf dem Zahn ist keine Präparation notwendig, womit die Zahnsubstanz nicht angegriffen wird. Aus demselben Grund ist auch keine Betäubung erforderlich, die Methode gilt als schmerzfrei.

► Veneers-to-Go (Sofort-Veneers) werden entweder aus Vollkeramik oder aus einer Kunststoff-Keramik-Mischung hergestellt. Die Befestigung auf dem Zahn lässt sich ohne oder mit nur wenig Substanzabtrag durchführen. Veneers-to-Go werden vor Ort an die Form des Zahns angepasst und aufgeklebt.

► Composite-Veneers bestehen aus zahnmedizinischen Kunststoffen und werden wie Sofort-Veneers im Direktverfahren auf dem Zahn angebracht. Bei ihnen handelt es sich in der Regel um provisorische Veneers, mit denen die Zeit überbrückt werden soll, bis die konventionellen Veneers aus dem Labor geliefert werden.

Haltbarkeit und Verträglichkeit von Veneers

Veneers wird eine sehr lange Haltbarkeit und Haftung auf dem Zahn bescheinigt. Innerhalb von sechs Jahren lösen sich nur etwa zwei Prozent der Veneers vom Zahn. Grund dafür kann beispielsweise das Zähneknirschen sein. Oft halten sie jedoch sogar länger als zehn Jahre. In der Regel sind Veneers sehr verträglich. In ungünstigen Fällen können sich aber hinter den Keramikschalen Bakterien ansammeln und Zahnfleischentzündungen oder Karies entstehen.

Veneers-Kosten berechnen sich individuell

Wie viel Veneers kosten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Das Material, die Herstellungsmethode und der Produktionsort spielen eine wichtige Rolle. Die Herstellung von Lumineers ist besonders kostspielig, da das Patent in den USA liegt und nur ein einziges Labor die Veneers herstellt. Produktionen im sonstigen Ausland wirken sich dagegen preismindernd aus. Allgemein liegen bei Non-Prep Veneers die Kosten etwas höher als bei konventionellen Veneers, weil das Herstellungsverfahren aufwändiger ist.

Ein weiterer Faktor ist das Zahnarzthonorar. Veneers werden nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt und somit kann der Arzt die Preise für seine Leistungen selbst festlegen. Individuell notwendige Vorbehandlungen des Patienten haben ebenfalls einen Einfluss darauf, wie viel Veneers kosten. Unter Berücksichtigung aller dieser Faktoren ergeben sich in etwa die folgenden groben Richtwerte für Kosten von Veneers (jeweils pro Stück):

  • konventionelle Veneers: 500-800 Euro
  • Non-Prep Veneers: 600-900 Euro
  • Lumineers: 600-1.100 Euro
  • Veneers Ausland: 350-450 Euro

Alternativen zu Veneers

Je nach Problemstellung kommen als Alternativen für Veneers auch andere Behandlungsmethoden infrage. Eine metallfreie Zahnkrone ist ähnlich unauffällig wie Veneers und besitzt sogar eine längere Haltbarkeit. Bei Zahnfehlstellungen kann eine zwar zeitintensive, aber dafür dauerhafte kieferorthopädische Behandlung in Erwägung gezogen werden. Viele ästhetische Zahnprobleme können statt mit Keramik-Veneers auch mit deutlich günstigerem Kunststoff behoben werden. Bei einfachen Verfärbungen von Zähnen kann auch ein Bleaching (Zähne bleichen) helfen.